Gesundheit

      Zahnzusatztarife - ein wahrer Kassenschlager!

      Zahnzusatzversicherungen lohnen sich, denn die GKV bietet nur eine Grundabsicherung für den Zahnersatz.

      Es gibt viele unterschiedliche Zahnzusatztarife am Markt, doch wie unterscheiden diese sich eigentlich und was sollte man bei einem Abschluss beachten? Des Weiteren stellen wir uns die Frage, wie viel Zahnersatz eigentlich kostet bzw. mit welchem Eigenanteil man rechnen muss. Denn die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet nur eine Grundabsicherung.

      Zahnersatz
      eine kostspielige Sache

      Wer Zahnersatz benötigt, stellt schnell fest, dass die Erstattungen der GKV bei weitem nicht für einen ansehnlichen Zahnersatz ausreichen

      Fangen wir doch mit einem Leistungsbeispiel an: einem fehlenden Zahn im Seitenbereich. Die GKV leistet bei Zahnersatz einen Festzuschuss. Der Festzuschuss liegt zwischen 60 und 75 Prozent der durchschnittlichen Kosten für die Regelversorgung, je nach ausgefüllten Bonusheft, egal wie hoch die eigentlichen Kosten ausfallen. Die Kassenleistung für diesen fehlenden Zahn sieht lediglich eine Brücke über die bestehende Lücke vor. Dafür müssen die benachbarten, eigentlich gesunden Zähne abgeschliffen werden.

      Nicht wenige wünschen sich aber einwandfreies Lächeln mit einem Zahnersatz, der stets sicher hält. Das ist mithilfe eines Zahnimplantates möglich, doch dieses ist keine Kassenleistung. Ein Implantat ist der nicht sichtbare Teil des Zahnersatzes, der im Knochen fest verankert wird, eine sog. künstliche Wurzel. Da diese Behandlung keine Kassenleistung darstellt, muss man diesen komplett selbst tragen. Wofür man eine Festkostenzuschuss erhält, ist dann der Teil, der auf das Implantat gesetzt wird, die sogenannte Suprakonstruktion.

      Doch wie hoch fällt nun der Festkostenzuschuss aus? Das liegt ganz daran, was für diese Behandlung als Regelversorgung festgelegt wurde. Sollte es die Regelversorgung einer Brücke im Seitenbereich sein, bekommt man zwischen 471 bis 589 EUR je nach ausgefülltem Bonusheft erstattet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 1.800 EUR. Hier entsteht also ein Eigenanteil von ca. 1.211 EUR und das bei nur einem Zahn. Wer kein gepflegtes Bonusheft vorweisen kann, erhält im Beispiel lediglich eine Zuzahlung in Höhe von 471 EUR. Die übrigen 1329 EUR muss der Versicherte selbst stemmen.

      Wie lässt sich diese Versorgungslücke für Zahnersatz schließen?

      Private Zahnzusatztarife bieten die einzige Möglichkeit, den Eigenbeitrag bei Zahnersatz nachhaltig zu minimieren oder auszuschließen

      Diese Lücken kann man mit Hilfe einer privaten Zahnzusatzversicherung minimieren, und zwar mit Zahnzusatztarifen, die verschiedene (private Krankenversicherer) anbieten. Doch Vorsicht: auch hier gibt es gravierende Unterschiede. Meistens liegen die Differenzen darin, wie hoch die prozentuale Erstattung ist und auf welche diese sich bezieht. In unserem Beispiel würde ein Tarif der 100 % der Regelversorgung erstattet nicht ausreichen, um die Lücke zu schließen. Und das, obwohl die PKV den Zuschuss der GKV faktisch verdoppelt. Deshalb mein Tipp: aufpassen worauf sich die Prozente beziehen. Hier sind Tarife in der Regel leistungsstärker, die einen gewissen Prozentsatz vom Rechnungsbetrag übernehmen ­- entweder inklusive GKV-Vorleistung oder direkt vom Rechnungsbetrag oder aber nach Abzug der GKV Leistung.

      Zusätzlich gibt es noch weitere Punkte, die man bei Abschluss beachten sollte:

      • Wartezeiten: bekomme ich direkt eine Leistung oder erst nach 8 Monaten,
      • die anfänglichen Summenbegrenzungen oder gar eine Summenbegrenzung während der kompletten Vertragslaufzeit. Hier können in den ersten Jahren nach Versicherungsbeginn maximale Summenbegrenzungen lauern, sowie
      • werden die Sätze der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) bis zu den Höchstsätzen erstattet oder darüber hinaus?

      Eine Zahnzusatzversicherung ist eine sinnvolle Absicherung für all jene, die sich einen teuren Zahnersatz nicht leisten wollen, aber dennoch keine Abstriche machen möchten.

      Thorsten Bohrmann | Senior Versicherungsanalyst & Themenexperte Gesundheit

      Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

      Kommen wir nun zu der Frage: was kostet mich eigentlich eine Zahnzusatzversicherung? Bei einer Berechnung für eine 30-jährige Angestellte, mit der gewählten Leistung Zahnersatz von mindestens 70 Prozent und dem Ausschluss von Risikotarifen, liegt der teuerste Tarif derzeit bei 30,13 EUR und der günstigste Tarif bei 9,85 EUR pro Monat. Selbst mit der teuersten Absicherung lohnt sich die Zahnzusatzversicherung, wenn ein Zahnersatz in den nächsten Jahren wahrscheinlich ist. Nicht zu vergessen: In jungen Jahren abgeschlossen, sichert sich der Versicherungsnehmer dauerhaft günstige (Einstiegs-)Beiträge.

      Eine Zahnzusatzversicherung ist daher eine sinnvolle Absicherung für all jene, die sich einen teuren Zahnersatz nicht leisten wollen, aber dennoch keine Abstriche machen möchten.

      Ein Beitrag von Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst bei MORGEN & MORGEN GmbH

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