Alter & Vermögen

      Das richtige Mindset für die Altersvorsorge

      Alter und Ruhestand sind für viele noch vage Konzepte der Zukunft, weshalb die Vorsorge oft zu kurz kommt. Wir zeigen, warum das ein Trugschluss ist und wie man ihn in der Beratung auflöst

      Hast du einen der folgenden Aussagen schon mal gehört? Erkennst du dich vielleicht sogar in der ein oder anderen Aussage wieder?

      „Fang frühzeitig an zu sparen!“
      „Je früher desto besser. Lieber mit Anfang 20 mit 50 Euro monatlich anfangen und den Betrag immer mal wieder nach oben anpassen, als zu spät anzufangen und es sich dann nicht mehr leisten können zu sparen.“
      „Du wirst immer einen Grund finden, wieso es gerade nicht passt zu sparen. Fang einfach klein an.“

      Und im Gegenzug deine Gedanken?

      „Ja ja, ich bin doch erst Anfang 20. Ob ich heute anfange oder mit Anfang 30 wenn ich etwas mehr verdiene… was macht das schon aus. Passt schon.“
      „50 Euro bringen mich auch nicht weit… wenn ich spare, dann will ich es richtig machen und mehr als nur 50 Euro sparen.“

      „Ich habe kein Geld für die Altersvorsorge“

      Ein Trugschluss, der nicht selten dazu führt, dass Kundinnen und Kunden die Vorsorge verschieben

      Die letzte Aussage ist einer der interessantesten. Gehen wir doch mal gemeinsam ein realistisches Szenario durch:

      Erkennst du dich wieder? Erkennst du deine Kunden wieder?
      Die Frage ist nur… „Warum denke ich so?“ „Warum denkt mein Kunde so?“
      Oftmals neigt man dazu, tiefgründige Antworten zu suchen. Dabei kann es auch sehr einfach sein. Gründe kann es natürlich einige geben. Auf zwei kann man sich allerdings einigen: Es ist ein Mix aus Ereignissen oder Szenarien, die uns heute noch nicht betreffen und die Sicherheit in einem Sozialstaat wie Deutschland zu leben. Zwischen den späten 80ern und den späten 90ern machte der Satz des Politikers Norbert Blüm bundesweit die Runde: „Die Rente ist sicher!“ Prinzipiell stimmt die Aussage. Die Frage, die wir uns alle stellen sollten, lautet nur „wie hoch?“.

      Die Zukunft konkret ausmalen

      Wer es schafft, die Zukunft als konkretes Ereignis, das möglicherweise sogar schon sehr bald Auswirkungen auf das eigene Leben haben wird, darzustellen, erleichtert Kundinnen und Kunden die Entscheidung für eine zukunftssichere Absicherung

      Wir alle kennen solche Situationen. Beispielsweise bekommen wir den Tipp „Schließ doch mal eine Zahnzusatzversicherung ab. Kann man immer gebrauchen“ Schließen wir aufgrund dessen eine ab? Eher nicht.

      Wie sieht es aber aus, wenn dieselbe Person, von der wir den Tipp erhalten haben, Folgendes sagt: „Ich war gestern beim Zahnarzt. Puh, da steht einiges an. Es wird so auf 5-6.000 Euro rauslaufen. Das Geld habe ich aktuell nicht. Was mache ich jetzt? Schließ du bloß eine Zahnzusatzversicherung ab!“
      Schließen wir nun eine ab? Schon eher.

      Warum ist das so?

      Weil das einzutreffende Szenario nicht 30 bis 40 Jahre im Voraus liegt, sondern unmittelbar ansteht. Viele Menschen neigen dazu, sich nur mit dem Unmittelbaren auseinander zu setzen und schauen immer seltener in die Zukunft. Wenn sie es – manchmal gezwungenermaßen – tun, sind sie keine „jungen Leute“ mehr und folglich ist es schon fast zu spät, um die notwendigen Vorkehrungen zu treffen.

      Wir alle müssen uns die Frage stellen, wie wir ein so wichtiges Thema sowohl jungen Menschen näherbringen können als auch Lösungen für diejenigen zu finden, die aufgrund ihrer selbst, oder auch fremdbestimmten Lebensumständen nicht dazu kamen frühzeitig vorzusorgen.

      Eine der Möglichkeiten für die jüngeren sollte es sein, nicht mit einer vorgefertigten Lösung in die Beratungsgespräche zu gehen, sondern sich ernsthaft mit den kurz-, mittel- und langfristigen Zielen seines Kunden auseinanderzusetzen. Im besten Fall beschäftigt sich der Kunde durch das Beratungsgespräch ernsthaft damit und wird dafür das Thema und die langfristigen finanziellen Folgen sensibilisiert.

      Bei „älteren Kunden“, die eher schon in Richtung Rente blicken, ist es umso wichtiger sich die aktuelle Situation anzuschauen und auf eventuelle staatliche Förderungen zurückzugreifen. Beispielweise können hier Produkte der zweiten Schicht von Vorteil sein. Sowohl Riester Förderungen als auch betriebliche Altersvorsorgen können hier eine schöne „Finanzspritze“ sein. Wer aufgrund seines Berufes finanziell gut aufgestellt ist, kann auch auf ein Produkt der ersten Schicht zurückgreifen, die Basis Rente (Rürup). Den Steuervorteil, den es auf die eingezahlten Beiträge gibt, kann direkt wieder in die Basis Rente reinvestiert werden.

      Am besten ist es, nicht mit einer vorgefertigten Lösung in die Beratungsgespräche zu gehen, sondern sich ernsthaft mit den kurz-, mittel- und langfristigen Zielen seines Kunden auseinanderzusetzen.

      Antonio Romano | Senior Product Manager

      Lösungen für die Altersvorsorge sind zahlreich

      In einer umfangreichen Beratung lassen sich die individuellen Anforderungen und Herausforderungen für eine zielgerichtete Altersvorsorge herausfinden. Faustformeln helfen bei der Orientierung

      Unterm Strich lässt sich sagen, dass sich für jede Lebenssituation und für jedes Alter eine passende Lösung finden lässt. Fraglich ist nur, ob sich der Kunde diese Lösung zu dem Zeitpunkt auch leisten möchte. Leider trifft hier tatsächlich die Aussage „Je früher desto besser“ zu. Im Idealfall passt man sein Sparbeitrag immer dem eigenen Einkommen an. Eine Faustformel mit der sich gut haushalten lässt, könnte sein:

      • Fängt man an zu sparen, bevor man 30 ist = 10 % vom Netto-Einkommen
      • Fängt man an zu sparen, nachdem man 30 ist = 10 % vom Brutto-Einkommen

      Mit dieser Formel wird man es in der Regel nicht schaffen, die Altersvorsorgelücke zu schließen, allerdings kann sie ein Richtwert sein, an dem sich der Sparbeitrag orientiert.

      Ein Artikel von Antonio Romano, Senior Produktmanager.

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